Ausstellung


          1. Mai 09

„Zwiegespräche der Sichtweisen“

„Der Maler und der Fotograf - Der Fotograf und der Maler“

Die Ausstellung „Zwiegespräche der Sichtweisen“  (Freitag, 1.05.09 bis 5.06.09)   im 68elf-Forum junger Kunst, im Media Park 4a, in Köln, lässt unterschiedliche künstlerische Konzepte der Malerei und der Fotografie in einen Dialog miteinander treten.

Seit sich vor rund 100 Jahren mit der Erfindung des Zelluloid-Rollfilms die Fotografie im Alltag stärker als bisher durchsetzen begann und sich ab etwa 1920 dann auch als künstlerisches Medium etablierte, haben sich Malerei und Fotografie immer wieder gegenseitig befruchtet, oder aber die Künstler sahen sich vor die Notwendigkeit gestellt, für ihr jeweiliges Arbeitsfeld eine ästhetische und mediale Abgrenzung vorzunehmen. 

Mit zunehmender Tendenz zur Abstraktion überließ in der Epoche der Klassischen Moderne die Malerei der Fotografie die herkömmliche Funktion des Abbildens äusserer Realität (z.B. in der bildjournalistischen Reportagefotografie und im fotografischen Porträt).
Die künstlerische Fotografie wiederum emanzipierte sich im gleichen Zeitraum formal und stilistisch, etwa in der Bildkomposition oder Lichtmodulation, von den ästhetischen Vorbildern der Malerei.

 Der Fotorealismus der 1960er und 1970er Jahre wiederum simulierte mit Mitteln der Malerei den Bildcharakter eines Fotoabzugs (d.h. das gemalte Motiv sollte aussehen, „als ob“ es fotografiert worden wäre). In der Kunst der 1970er und 1980 Jahre kam es dann auch zu Vermischungen und Überlagerungen dieser beiden Kunstgattungen (z. B. bei den Übermalungen von Fotoleinwänden).

Heute, in unseren Tagen, wird eine theoretische Diskussion über das Verhältnis von Fotografie und Malerei vor allem durch die Digitalisierung bestimmt. Die Frage, inwieweit sich dadurch unser (künstlerisches) Bildverständnis ändert, welche Sichtweisen heute neu an die künstlerische Bild(er)produktion herangetragen werden, steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung.

In der Ausstellungssituation erfolgt eine Gegenüberstellung von vier Malern und vier Fotokünstlern. Maler und Fotograf bearbeiten jeweils das gleiche Thema oder Motiv oder reagieren mit ihren Mitteln auf die Bildfindung ihres Gegenübers. Die Arbeitsergebnisse verdeutlichen die jeweils gattungsspezifischen Eigentümlichkeiten bei der Wahrnehmung eines Objekts oder einer Landschaft und deren bildnerischer Darstellung im jeweiligen Medium.

Insofern ist diese Ausstellung ein Plädoyer für die konzeptuelle Eigenartigkeit der jeweiligen Kunstgattung in einem Kunstbetrieb, der sich woanders allzu oft in der künstlerischen Beliebigkeit eines „Anything goes“ verliert.

Ausstellungsort: 68elf-Forum junger Kunst, Media Park 4a, Köln, Tel.: 01738481288

Laufzeit der Ausstellung bis 05. Juni 2009 (Finissage ab 19.00 Uhr)


20. November 08

Viva la Diva - Immer so ein Theater

Shakespeares Komödien & Tragödien.
Das Ma.tilda, Florastraße 33-35 , 50733 Köln, zeigt acht Bilder der Reihe 'Viva la Diva - Immer so ein Theater'.

Thema ihrer Arbeit sind die emotionalen Höhen und Tiefen des menschlichen Charakters. Amüsant fotografisch in Szene gesetzt vor dem thematischen Hintergrund der Komödien und Tragödien von William Shakespeare.

Der englische Dramatiker präsentierte seinem Publikum die menschlichen Abgründe virtuos in Kulissen aus Worten. Die Kulissen der Fotografin Alida Scharf hier sind das Licht, Details und kleine Gesten: ein durchscheinendes Blatt, ein karnevalistisches Requisit oder ein Blick... Verschmitzt lockt der Kaufmann von Venedig mit schottischen Noten. Die schlafende Elfenkönigin Titania scheint Oberons gemeine Prüfung leidenschaftlich zu erwarten.

Goneril schaut verständnislos fragend aus dem Bild heraus. Die Hand liegt auf der Brust als wolle sie sich rechtfertigen, wenn sie schon nicht König Lears väterliche Liebe bekommt, doch zumindest ihr materielles Recht durchsetzen darf.

 
Dem Betrachter werden brillante, detailreiche Hochglanz-Werbe-Colorfotos auf der einen Seite gezeigt. Auf der Anderen stehen dem nahezu grafisch gestrichene Stempel und zerfließende, schemenhafte Wesenheiten diametral gegenüber. Wie z. B. ie stylische Prospekt-Inszenierung des schicken Venezianers Antonio im weißen Anzug versus Hamlets Ophelia, die sich in Schleim zersetzt.

Shakespeare-Motive als Spaß-bringendes Element: um zu zeigen, dass sich in 400 Jahren doch nichts geändert hat. Wir sind und bleiben Menschen mit Abgründen unter scheinbar glatten Oberflächen. 




14.-16. November 08

'Mappenfotos &  Familienbilder'

KunstWerkSchule Köln und Edition Nippes präsentieren den Nippeser Herbstsalon.

Vom 14.-16. November werden ausgewählte und thematisch scheinbar verwandte Arbeiten von Otto Reinhold Scharf (1927-1996), Kriminalbeamter und Alida Scharf, freie Werbe- & Portrait-fotografin gezeigt.

Der Vater Reinhold, zwischen 1950 und 1979 fotografisch aktiv, arbeitete in den 50er und 60er Jahren neben seinem kriminalistischen Hauptberuf intensiv künstlerisch freischaffend. Portraits und Reportagen waren seine Themen. Später kamen durch den hohen Anspruch an sich und seine Arbeit auch Aufträge von Werbekunden hinzu. 


Adresse: Schillstr. 9 ; 50733 Köln 

Während seiner gesamten Laufbahn waren die beiden Kernpunkte seiner filmischen und fotografischen Arbeit die beruflich motivierte Polizei- und Dokumentarfotografie auf der einen – und Motive aus seinem privaten Lebensraum auf der anderen Seite. In seinem Nachlass wurde eine Mappe mit Fotografien entdeckt, die sich einer spezifischen – über die beiden gerade erwähnten Parameter hinausgehenden Kategorisierung entziehen. Allen Arbeiten zugrunde liegt allerdings ein ausgemachter Hang zur handwerklichen und technischen Perfektion.  

In der Ausstellung werden die Aufnahmen des Vaters denen der Tochter gegenüber gestellt. Teils sehr ästhetische, teils extrem verstörende Aufnahmen werden scheinbar ähnlichen Arbeiten des jeweils anderen zugeordnet. Die Zuordnung findet dabei über die Analogie der Motive statt. Trotz der manchmal fatalen formalen Ähnlichkeit der gegenübergestellten Motive, unterscheiden diese sich jedoch fundamental.
Während Reinhold Scharfs Fotografien ihre Prägnanz einer morbiden Ästhetik des faktisch brutal Realen verdanken, liegt die Qualität der Arbeiten Alida Scharfs in der Poetik des inszenierten Bildraums.


Sichtweisen zweier Generationen mit konträren und gleichzeitig kohärenten Motiven treffen auf – und finden mitunter zueinander. Bildmotive sind hier Menschen, die - inszeniert oder dokumentiert – das gesamte Spektrum unserer Existenz berühren. Beiden ist eigen, dass sie einige Aspekte dieses Konstrukts, dass sich als Leben definiert und den Tod mit beinhaltet, einfangen und bannen in dem Medium der Fotografie, jeder auf seine Weise und doch verbunden durch ein genealogisches Band, das sich Familie nennt.

24. - 26. Oktober 08

Viva la Diva - Immer so ein Theater

Shakespeares Komödien & Tragödien.

Im Rahmen der Offenen Ateliers vom 24.-26 Oktober präsentiert die Kölner Fotografin Alida Scharf im Studio ihre Shakespeare-Reihe.